Wie beeinflusst das Tragen eines Mundschutzes das Augenbewegungsmuster während der COVID-19-Pandemie?

Wie beeinflusst das Tragen eines Mundschutzes das Augenbewegungsmuster während der COVID-19-Pandemie?
Seit der weltweiten Ausbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 sind Mund-Nasen-Bedeckungen zur Alltäglichkeit geworden. Es ist also gut vorstellbar, dass dies erhebliche Auswirkungen auf die visuelle Wahrnehmung des Gesichts und damit auch Schönheit hat.
Bislang publizierte Studien zeigen, dass die periorale Region bei der visuellen Wahrnehmung von dynamischen bzw. mimischen Bewegungen eine tragende Rolle spielt, wohingegen die periorbitale Region Informationen zum Geschlecht und der Deutung von Emotionen liefert. Es ist also sehr gut denkbar, dass das Tragen von Mund-Nasen-Bedeckungen die Gesichtswahrnehmung und somit auch die Bewertung bzw. Deutung von mimischen Gesichtsaudrucken, Emotionen aber auch der Schönheit einer Person erheblich einschränkt.
Was passiert nun, wenn die Lippen und die periorale Region verdeckt werden und welche Implikationen hat dies für die Wahrnehmung von Schönheit und für Behandlungen im Bereich der Ästhetischen Medizin?
Genau dieser Fragestellung haben sich kürzlich Forscher der Ludwig-Maximilians-Universität München sowie der Mayo-Klinik in Rochester, USA unter der Leitung von Prof. Sebastian Cotofana in einer kürzliche publizierten Querschnittstudie gewidmet.
Dazu wurde das Augenbewegungsmuster von insgesamt 64 Studienteilnehmern (36 weibl. und 28 männl; durchschnittliches Alter = 31,84 ± 9,0 Jahre) bei einer 8-sekündigen Betrachtung von zwei Bildern (Gesicht ohne / mit Mund-Nasen-Bedeckung) analyisiert.
Das interessante Ergebnis?
Die Forscher konnten zeigen, dass die Reihenfolge von den Augenbewegungen bei der Fokussierung auf Gesichtsregionen durch das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung nicht verändert wurde! Die Reihenfolge bleibt noch immer: Perioral > Nase > Periorbital.
ABER: Das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes verlängerte die Zeit der Fokussierung auf die periorbitale Region signifikant und erhöhte auch die Anzahl der wiederholten Augenfixierungen während des Intervalls der visuellen Stimuluspräsentation
Das Fazit?
Diese Daten könnten sowohl von Behandlern als auch Herstellern von Arzneimitteln und Medizinprodukten genutzt werden, um die Patientenkommunikation, Gesichtsanalysen, Behandlungsstrategie während der Pandemie anzupassen. Dabei könnte der Fokus verstärkt auf die periorbitale Region gesetzt werden.
Quelle:
Frank et al. Aesthet Surg J. 2021 Mar 8 : sjab121. Published online 2021 Mar 8. doi: 10.1093/asj/sjab121

