News SARS-CoV-2-IMPFSTOFF & DERMALE FILLER: Komplikationen und Risiken?
15. April 2021

SARS-CoV-2-IMPFSTOFF & DERMALE FILLER: Komplikationen und Risiken?

 SARS-CoV-2-IMPFSTOFF & DERMALE FILLER: Komplikationen und Risiken?

 

 

Aktuell wird ein Zusammenhang zwischen einer SARS-CoV-2-Impfung und Entzündungsreaktionen nach Dermalfiller-Anwendung vermutet. Gar die Food and Drug Administration (FDA; Behörde für Lebens- und Arzneimittel der Vereinigten Staaten) und die American Society for Dermatologic Surgery (ASDS) sahen sich dazu veranlasst, einen Leitfaden herauszugeben, der dieses potenzielle Risiko und seine klinische Relevanz beschreibt.

 

 

 

Was ist bislang bekannt?
Während der Phase-3-Studie für die Zulassung des SARS-CoV-2-Impfstoffes von Moderna, zeigten drei Teilnehmer nach Erhalt des Impfstoffs Schwellungen im Gesicht oder an den Lippen. Zwei der Patienten hatten innerhalb den letzten sechs Monaten vor der Impfung Filler in den Wangenbereich erhalten. Bei der dritten Patientin wurde zwei Tage nach der Impfung Hyaluronsäure in die Lippe injiziert.

 

Die Schwellungen bei den ersten beiden Patienten sind medizinisch gesehen Ödeme, die als Folge einer Entzündungsreaktion auftreten können. Ihre Ursache kann infektiöser oder immunvermittelnder Natur sein. Als Entzündungsherde können beispielsweise Zahninfekte und Nebenhöhlenentzündungen gelten. Sie führen zu einer Streuung von Bakterien im Blut, die sich dann im eingespritzten Fremdmaterial einnisten und zu einer lokalen Entzündungsreaktion mit Schwellung führen. Es ist auch möglich, dass bei der Injektion des Produktes grössere Bakterienmengen eingeschleppt werden. Lokale Verunreinigungen oder die Verwendung der gleichen Spritze bei mehreren Patienten können die Ursache sein. Es gibt Erkrankungen, die das ganze Körpersystem betreffen, wie beispielsweise die Grippe oder Reaktionen gegen das eigene Gewebe. Sie können innerhalb von Wochen und Monaten zu einer verzögerten Immunreaktion führen. In diese Gruppe gehören auch die Impfreaktionen. Häufig kann keine Ursache gefunden werden. Diese seltene systemische Reaktion wird durch T-Lymphozyten initiiert und durch CD4+ Zellen vermittelt. Die Reaktion manifestiert sich in unserem Falle als persistierendes Gesichtsödem im behandelten Bereich, gelegentlich begleitet von entzündlichen Knötchenbildungen. Die Häufigkeit dieser Überempfindlichkeit liegt zwischen 0,02 % und 4 %.


Die Gewebeschwellung in Verbindung mit Hyaluronsäure hängt von der Art der Hyaluronsäure, dem behandelten Bereich, der Injektionstechnik und insbesondere von der Menge des Produktes ab. Bei der Herstellung des Fillers sollte das HA-Molekül nicht zu stark modifiziert werden. Ansonsten wird die Hyaluronsäure nicht mehr als solche erkannt und es kann zu einer Fremdkörperreaktionen gegen das Produkt kommen.

 

Fazit:

 

  • Es besteht keine Kontraindikation, jedoch sollte mit Vorsicht behandelt werden
  • Behandlungen mit dermalen Hyaluronsäule-Fillern sollten >6 Wochen NACH sowie >2 Wochen VOR einer COVID-19 Impfung durchgeführt werden
  • Vorbeugend sollten zwei Wochen lang vor und nach der Behandlung mit Fillern keine Zahnarzttermine wahrgenommen und alles vermieden werden, was Bakterien in grösseren Mengen einschleppen könnte.  Während bakterieller oder viraler Krankheit oder unmittelbar nach dem Ausbruch einer Autoimmunerkrankung sollten keine Fillerbehandlungen durchgeführt werden, um das Risiko einer verzögerten Immunantwort zu reduzieren
  • Bei Komplikationen kann mit Steroiden und / oder Antihistaminika behandelt werden

 

Quellen:

← Alle Beiträge