Kombinationstherapie: Energiebasierte Geräte und Hyaluronsäure-Filler

Die ästhetische Medizin entwickelt sich ständig weiter, insbesondere in der Anwendung von Kombinationstherapien, die energiebasierte Geräte (EBD) und Hyaluronsäure (HA)-Filler einschließen. Diese Techniken bieten verbesserte Ergebnisse für die Gesichtsverjüngung und Hautstraffung, erfordern jedoch ein präzises Verständnis ihrer Wechselwirkungen und optimierten Einsatzbedingungen.
Grundlagen der HA-Filler und ihre Empfindlichkeit gegenüber Temperatur
HA-Filler sind aufgrund ihrer biokompatiblen und bioabbaubaren Eigenschaften sowie ihrer Fähigkeit, Wasser zu binden und somit das Gewebevolumen zu erhöhen, ein zentraler Bestandteil der dermatologischen Praxis. Die molekulare Stabilität von HA kann jedoch durch physikalische und chemische Einflüsse beeinträchtigt werden. Besonders Wärme, wie sie von EBD erzeugt wird, kann die Viskosität und das Vernetzungsverhalten von HA beeinflussen. Studien zeigen, dass Temperaturen über 45°C die Integrität von HA-Fillern signifikant reduzieren können, indem sie die Polymerketten depolymerisieren und somit die Filler schneller abbauen.
Energiebasierte Geräte: Typen und ihre spezifischen Anwendungen
Radiofrequenz (RF): RF-Geräte erzeugen Wärme durch elektrische Ströme und sind effektiv in der Kollagenstimulation. Sie operieren typischerweise bei Temperaturen zwischen 38-42°C, was unter der Schwelle liegt, die HA signifikant abbaut, vorausgesetzt, die Anwendung erfolgt vor der Filler-Injektion.
Multiwellenlängen-Diodenlaser (MWDL): Diese Geräte zielen auf tiefere Hautschichten ab und können bei einer Wellenlänge von 810 nm bis 1060 nm betrieben werden, wobei die erzeugten Temperaturen schnell auf über 70°C steigen können. Eine solche Exposition kann die Struktur von HA-Fillern beeinträchtigen, besonders wenn sie nach der Injektion der Filler angewendet werden.
Hochintensiver fokussierter Ultraschall (HIFU): HIFU kann Temperaturen von bis zu 65°C in fokussierten Tiefen erzeugen, was eine präzise Kontrolle erforderlich macht, um eine Beschädigung der HA-Filler zu vermeiden. Die Verwendung von HIFU sollte idealerweise vor der Filler-Injektion erfolgen, um den thermischen Einfluss auf die HA zu minimieren.
Empfehlungen für die klinische Praxis
Die optimale Sequenzierung und Timing der Behandlungen sind entscheidend. Es wird empfohlen, EBD-Anwendungen vor der Injektion von HA-Fillern durchzuführen, um die thermischen Effekte auf die Filler zu minimieren. Sollte eine EBD-Behandlung nach der Filler-Anwendung erforderlich sein, ist ein Mindestabstand von zwei Wochen zwischen den Prozeduren zu berücksichtigen, um eine ausreichende Integration des Fillers zu ermöglichen.
Weiterführende Forschung und klinische Studien
Um die Sicherheit und Effektivität dieser Kombinationstherapien weiter zu optimieren, sind detaillierte klinische Studien notwendig, die verschiedene Typen von HA-Fillern und EBD unter variierenden klinischen Bedingungen untersuchen. Zukünftige Studien sollten auch den Langzeiteffekt der wiederholten Anwendung von Wärme auf die Dauerhaftigkeit der Filler-Ergebnisse bewerten.
Quelle: Kyu-Ho Yi, et al. (2024). Treating energy-based devices and hyaluronic acid filler injection together? Skin Research and Technology, 30, e13716. Verfügbar unter: https://doi.org/10.1111/srt.13716