Höhere Dosierung von Botulinumtoxin Typ A für die Glabellafalten - Implikationen für die Wirksamkeit und Sicherheit

Höhere Dosierung von Botulinumtoxin Typ A für die Glabellafalten - Implikationen für die Wirksamkeit und Sicherheit
Die Injektion von Botulinumtoxin (Botox®) ist in der Regel eine sehr sichere und gut verträgliche Methode zur Faltenglättung. Üblicherweise tritt der Behandlungseffekt nach 48 - 72 Stunden ein, der maximale Effekt wird nach 1 - 2 Wochen erreicht. Selten kann es bis zum Einsetzen der Wirkung auch länger dauern. Die Wirkdauer beträgt typischweise zwischen 4 - 6 Monaten. Nicht selten fragen Patienten nach einer höheren Dosierung um ggf. die Wirkdauer zu verlängern, ohne dass dies jedoch auf Kosten der Sicherheit geht. Im Rahmen einer systematischen Übersichtsarbeit gingen Kaufman-Janette et al. (Toxins (Basel). 2021 Jul; 13(7): 494.) genau dieser Frage nach.
Die Meta-Analyse:
Die Autoren zogen für Ihre Meta-Analyse insgesamt 5 randomisierte, doppelblinde, Hochdosis-Studien (publiziert ab 2015) bezüglich der Behandlung der Glabellafalten mit Botulinumtoxin Typ A heran. Betrachtet wurden dabei in den USA oder Europa zugelassene Präparate (AbobotulinumtoxinA, IncobotulinumtoxinA und OnabotulinumtoxinA). Eine "hohe Dosierung" wurde so definiert, dass die verabreichte Dosis höher war, als entsprechend der Fachinformationen zugelassen (10 S.E./Injektionspunkt bei AbobotulinumtoxinA, 4 A.E. bzw. M.E. bei OnabotulinumtoxinA bzw. IncobotulinumtoxinA).
Die Ergebnisse:
Die vorliegende Übersichtsarbeit legt nahe, dass eine höhere (off-label) Dosierung von Botulinumtoxin Typ A die Wirkdauer erhöhen kann, ohne dass das Sicherheitsprofil der Präparate darunter leidet. Bei einer 2 bis 2,5-fachen Erhöhung der on-label Dosis von AbobotulinumtoxinA oder einer 5-fachen Erhöhung der IncobotulinumtoxinA on-label Dosis, ist im Median eine Wirkdauer von ca. 9 Monaten dokumentiert. Bei einer 2 bis 4-fachen Erhöhung der on-label Dosis von OnabotulinumtoxinA, ist im Median eine Wirkdauer von ca. 6 Monaten dokumentiert.
Fazit:
Wichtig bleibt es, dass die Patientenzufriedenheit und die Natürlichkeit (z. B. durch einen sog. "frozen look") bei einer höheren Dosierung nicht beeinträchtigt wird. Zudem sollten relevante anatomische Strukturen im Fokus stehen. Obwohl weitere Studien und Daten für ein abschließendes Fazit benötigt werden, zeigt diese systematische Übersichtsarbeit, dass eine höhere (off-label) Dosierung von Botulinumtoxin Typ A zu effektiveren und individuell zugeschnittenen Ergebnissen führen kann.
Quelle:
Kaufman-Janette et al. Toxins (Basel). 2021 Jul; 13(7): 494.