NewsDer Einfluss der Botulinumtoxin-Injektionsdosis auf das Erscheinungsbild chirurgischer Narben
17. Juli 2021

Der Einfluss der Botulinumtoxin-Injektionsdosis auf das Erscheinungsbild chirurgischer Narben

Der Einfluss der Botulinumtoxin-Injektionsdosis auf das Erscheinungsbild chirurgischer Narben

 

 

Der Einfluss der Botulinumtoxin-Injektionsdosis auf das Erscheinungsbild chirurgischer Narben

 

Es existieren hinreichende Belege dafür, dass eine frühzeitige postoperative Injektion von Botulinumtoxin Typ A (BoNT-A) den Grad der Hypertrophie chirurgischer Narben reduzieren kann. In diesem Zusammenhang ist auch bekannt, dass die Wirksamkeit mit dem genauen Zeitpunkt der BoNT-A Behandlung korreliert. Untersuchungen zu unterschiedlicher Dosierung von BoNT-A waren jedoch bislang nicht im Fokus.

 

Chen et al. (2021) untersuchten im Rahmen einer randomisierten, sog. Split-Narben-Studie (mit n= 22 Patienten, mittleres Alter = 37 Jahre, 11 männlich und 9 weiblich) den Einfluss unterschiedlicher BoNT-A-Dosierungen, die nach einem chirurgischem Eingriff (hier: Tumorexzision; ohne Muskelbeteiligung) intradermal injiziert wurden. Unmittelbar nach der Operation wurde in jeder Hälfte des chirurgischen Wundverschlusses jeweils eine niedrige (4 Botox®-Einheiten/Injektionspunkt im Abstand von jeweils 1 cm) oder eine hohe Dosis (8 Botox®-Einheiten/Injektionspunkt) 5 mm vom Rand der Wunde entfernt injiziert (Abb.1).

 

Abb.1: Narbe am Rücken, 6 Monate nach dem chirurgischem Eingriff. Links: Hohe BoNT-A-Dosis; rechts: Niedrige BoNT-A-Dosis.

 

 

Ergebnisse:

Die Narbenhälften mit der hohen BoNT-A-Dosis wiesen signifikant bessere mSBSES-Scores auf als die Hälften mit der niedrigen BoNT-A-Dosis (Abb.1 und 2). Es wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen oder Komplikationen beobachtet.

 

Abb.2: Oben: Narbe am Bauch zu Beginn der Studie (Baseline). Unten: Narbe am Bauch, 6 Monate nach dem chirurgischem Eingriff. Links: Hohe BoNT-A-Dosis; rechts: Niedrige BoNT-A-Dosis.

 

Fazit:

Zusammenfassend sollte festgehalten werden, dass aufgrund unterschiedlicher Narbenentwicklung, individueller Gewebebeschaffenheit und prädisponierender Faktoren es kein einheitliches Behandlungsschema gibt. Jedoch zeigen Erkenntnisse aus evidenzbasierte Studien, dass eine unmittelbare BoNT-A-Injektion im therapeutischen Bereich das Erscheinungsbild chirurgischer Narben verbessern kann.

 

 

Referenz:

Chen et al. Sci Rep. 2021; 11: 13670.

 

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