NewsChirurgische Rhinoplastik nach vorheriger nasaler Umgestaltung mit Hyaluronsäure
30. April 2023

Chirurgische Rhinoplastik nach vorheriger nasaler Umgestaltung mit Hyaluronsäure

Chirurgische Rhinoplastik nach vorheriger nasaler Umgestaltung mit Hyaluronsäure

 

Die nicht-chirurgische Rhinoplastik ist ein Verfahren, bei dem autologe oder synthetische Füllstoffe in bestimmten Bereichen der Nase verwendet werden, um die die Nase zu formen. Der am häufigsten verwendete synthetische Füllstoff ist Hyaluronsäure, aber es können auch andere Produkte wie Calciumhydroxyapatit oder Polycaprolacton verwendet werden. Autologes Fett oder Knorpel können ebenfalls verwendet werden, wobei Knorpel aus dem Nasenseptum, den Ohren und den Rippen geformt und platziert werden können, um das funktionelle und ästhetische Erscheinungsbild der Nase zu verbessern.

 

Nicht-chirurgische Nasenkorrekturen

Die Vorteile von HA gegenüber anderen synthetischen Produkten sind die Reversibilität und die Möglichkeit, Komplikationen oder unbefriedigende Ergebnisse durch Enzyme wie Hyaluronidase zu korrigieren. Kleine Deformitäten der Nase können in der Regel mit Füllstoffen behandelt werden, entweder als primäre oder postoperative Maßnahme. Hyaluronsäure-Naseninjektionen werden für kleine kosmetische Korrekturen und zur Nasenvergrößerung empfohlen und am häufigsten verwendet, um die Projektion und Rotation der Nasenspitze zu verändern, kolumellare Stützen zu schaffen, den Dorsumhöcker zu maskieren, die Dorsumhöhe und -breite zu erhöhen, den nasofrontalen Winkel neu zu positionieren und Konturen zu verbessern, einschließlich der Supratip-Region.

Die ideale Injektionstiefe für Hyaluronsäure-Injektionen ist die supraperiostale oder supraperichondriale Ebene, da hier das geringste Risiko für vaskuläre Verletzungen besteht.  

 

Bei der Beurteilung der Nase, können vier folgende vier Kriterien berücksichtigt werden:

  1. der labiokollumellaren Winkel
  2. der nasofrontalen Winkel
  3. die ästhetischen Linien des Dorsums und
  4. die Punkte, welche die Nasenspitze definieren

 

Die Injektion erfolgt in drei Schritten:

  1. Am Labio-Columellar-Winkel: in der supraperiostalen Schicht auf Höhe des vorderen Nasenfortsatzes, zwischen den zwei mesialen Crus der Flügelknorpel.
  2. Am Radix: in der supraperiostalen Schicht am nasofrontalen Winkel, über dem Knochenvorsprung.
  3. Hyaluronsäure und Hyaluronidase (Abbildungen 1 und 2)

 

Abbildung 1: Injektionstechnik gemäß L Abboud et al (2023). A. Anteriorer Zugang zur Nasenwurzel. B. Zugang über den Nasenrücken. C. Zugang zur Nasenspitze, über den Alar-Flügeln.

 

Abbildung 2: Beispiel einer Patientin, die mit Hyaluronsäure mit der Technik aus L Abboud et al (2023) behandelt wurde. Bei korrekter Ausführung können damit auch erhebliche Deformitäten behandeln. Wenn die Patientin kurz nach der Injektion eine chirurgische Nasenkorrektur wünscht, oder wenn sie sich bereits mehrere HA-Injektionen erhalten hat, können die anfänglichen Verformungen der Nase durch diese Injektionen überdeckt werden, weshalb es notwendig ist, die Hyaluronidase in einer oder mehreren Sitzungen präoperativ zu injizieren. A. Patientin vor der nasalen HA-Injektion. B. Nach der nasalen Hyaluronsäure-Injektion.

 

Um das Risiko von vaskulären Komplikationen zu minimieren, sollten laterale, dermale und subkutane Injektionen vermieden werden, insbesondere im Bereich der Glabella, des Alarrands und der Nasenspitze. Es ist ratsam, die Hyaluronsäure langsam in kleinen Volumina zu injizieren und Bolus-Injektionen zu vermeiden, um die Integrität der Haut zu erhalten. Das Kneifen von Weichteilen kann dazu beitragen, das Risiko von vaskulären Komplikationen, Blutungen und lateraler Verschiebung der Hyaluronsäure zu verringern.

 

Chirurgische Nasenkorrekturen nach einer oder mehreren Hyaluronsäure-Injektionen

Wenn Patienten eine chirurgische Rhinoplastik nach einer Hyaluronsäure-Behandlung wünschen / benötigen, ist eine genaue medizinische Vorgeschichte notwendig, um die Charakteristika der vorher injizierten Produkts zu kennen. Eine präoperative Ultraschalluntersuchung kann bei der Identifizierung der Art des Produkts, der Abschätzung des verbleibenden Volumens und der Bestimmung der Injektionsschicht helfen (Abbildungen 3 und 4).

 

 

Abbildung 3: Intraoperativer Nachweis von Hyaluronsäure-Resten (weiße Pfeile) an der Nasenspitze in der supraperichondrialen Ebene.

 

Hyaluronsäure und Hyaluronidase

Hyaluronidase wird meistens als Enzym von Schafen und Rindern hergestellt, das mittels rekombinanter DNA-Methoden produziert wird. In klinischen Studien wurde gezeigt, dass Hyaluronidase intradermale Knoten auflösen kann, die durch eine vorherige Hyaluronsäure-Injektion verursacht wurden. Allergische Reaktionen auf Hyaluronidase sind selten, können aber schwerwiegend sein. Eine Anamnese auf allergische Reaktionen oder Anaphylaxie sollte vor der Anwendung erhoben werden. Die Verwendung von Hyaluronidase in entzündeten oder infizierten Bereichen und bei Schwangeren wird nicht empfohlen. Eine detaillierte medizinische Anamnese des Patienten ist notwendig, da bestimmte Medikamente eine Wechselwirkung mit Hyaluronidase haben können. Zu beachten ist, dass es derzeit keine Zulassung der von Hyaluronidase-Präparate für kosmetische Zwecke durch die FDA oder die EMEA gibt.

 

 

Quelle: L Abboud et al. Ann Chir Plast Esthet . 2023 Apr 11;S0294-1260(23)00036-5. doi: 10.1016/j.anplas.2023.03.006.

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